
Geschichte der Parser
Das Manäische Großreich
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Die südliche Küste Tolaniens wurde um 500 Sommer vor der Zeit (SvdZ) von Manarus dem Großen erobert. Über seine Herkunft schweigen die Langen Bücher, lomäische Aufzeichnungen. Doch seine gepanzerten Reiter unterwarfen rasch große Teile des Südens und Südwestens. Nach vielen Sommern des Krieges ergaben sich die Lomäer – unter der Bedingung, dass Manarus zum Misra-Glauben übertrat. So entstand das Manäische Großreich, das über viele Hundert Sommer hinweg mit seinen gewaltigen Bauten den Süden des Kontinents prägte.
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Das Reich bestand mehr als 350 Sommer. Ein erbliches Königtum führte über ein fruchtbares Land. Die besiegten Lomäer und Draden wurden als Freie integriert, nahmen Sprache und Riten des Reiches an. Der Großkönig residierte in einer gewaltigen Palastanlage auf dem Berg Telda. Der Glanz des Telda-Palasts strahlte weit über die Grenzen hinaus.
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Mit dem Tod des kinderlosen Großkönigs Jehu im Sommer 148 SvdZ zerfiel das Reich in drei Teile: Sein Neffe Parserhielt die Königswürde, das mittlere Reichsgebiet und den Telda-Palast. Lazar bekam den Westen und den Titel Grandium, Karas den Südwesten mit dem Titel Levrad. Das Großreich blieb dauerhaft geteilt.
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Alt-Parsien
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Parsien bestand aus vier Großherzogtümern – Südtal, Sasse, Levante und Paressa – sowie dem Königsland. Zusammen mit dem König bildeten sie den Hochadel. Herzöge, Landgrafen und Grafen stellten den mittleren Adel, Barone und Ritter den niederen.
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Ein strenger Brauch regelte die Adelsheiraten: Einer der Ehepartner musste auf seine Erbansprüche verzichten, um Erbfehden zu vermeiden.
Die vorherrschende Religion war der Misra-Kult, doch der Einfluss der Priester blieb begrenzt. Ein bedeutender Ritus war das Pflanzen eines Derum-Baumes für Verstorbene. Besonders prächtige Bäume galten als Zeichen hoher Würde. Wohlhabende Familien legten ganze Baumfelder an, deren Anblick an Parks erinnerte.
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Zwischen den Adligen kam es selten zu offenen Fehden. Streitigkeiten wurden in der Regel an der Ehrentafel des Königs geschlichtet. Konkurrenz herrschte vor allem im Handel – sowie um Künstler, Ritter und Gelehrte, deren Gunst als Zeichen von Ruhm galt. Gelehrte nahmen einen besonderen Rang ein: In Palästen hofiert, suchten sie nach Verbesserungen in Landwirtschaft, Kriegskunst, Bauwesen, Handwerk und Kunst.
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Etwa 100 Sommer nach Reian (SnR) gründete König Zveras die „Orden des Reiches“. Es handelte sich um mönchische Kriegerorden, die Studium und Kampfausbildung verbanden. Im Kriegsfall stellten sie neben den gepanzerten Reitern das Rückgrat des Heeres. Auch die Gelehrten wurden nun in einer Gilde organisiert, an deren Spitze der Premis stand, gewählt aus den Dveis.
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Nepherische Angriffe
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Ab den 400er Sommern häuften sich Angriffe nepherischer Stämme. Dank überlegener Ausrüstung und Organisation konnte Parsien sie lange abwehren.
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624 SnR jedoch führte ein Feldzug ins Verderben: König Savian wurde vergiftet, die Herzöge brachen den Zug ab – überzeugt, das Hauptheer sei besiegt. Auf dem Rückmarsch wurden sie von nepherischen Reitern zermürbt. Der Großherzog von Paressa versuchte, das Heer neu zu sammeln, doch seine Boten wurden abgefangen. Er fiel in einer verheerenden Niederlage.
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Dieser Sieg gab den Nephern Auftrieb. Der junge König Nerian scheiterte, die Abwehr zu koordinieren. Er wagte eine Feldschlacht statt die sichere Stadtmauer zu nutzen – und verlor. Die Königsstadt Agorisant fiel. Neben der Königsfamilie starben auch die „Orden des Reiches“ bis zum letzten Mann. Nur vom jüngsten Königssohn Natassian fehlte jede Spur. Schritt für Schritt eroberten die Nepher das gesamte Reich.
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Die Anfänge der Parser auf Mois​
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643 SnR - Ankunft und erster Konflikt
Die ersten Parser landeten auf Mois und gründeten Küstensiedlungen. Zunächst betrieben sie Handel mit den Draden, doch bald führten Landhunger und Zuwanderung zu Konflikten. Die Draden zerstörten mehrere Siedlungen. Erst der junge Adlige Daresan aus dem Haus Sardia, der einen Säbelzahntiger zähmte, errang militärische Siege.
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652 - 671 SnR - Der Moische Ur-Krieg
Fast zwanzig Sommer tobte Krieg, bis die Draden kapitulierten. Viele wurden versklavt. Daresan wollte sich nach dem Sieg zum König ausrufen, doch die Edlen verweigerten die Anerkennung. Stattdessen erhielt er das Amt des Heerführers auf Lebenszeit. Enttäuscht zog er sich zurück und gründete die Tiger-Gilde, die fortan das geheime Wissen um die Zähmung der Säbelzahntiger bewahrte.
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Um 700 SnR - Politische Wirren und Bürgerkriege
Nach Daresans Rückzug verfielen die Edlen in Machtkämpfe. Reiche Erzvorkommen bei den Doppelbergen schürten die Konflikte. Bürgerkriegsähnliche Zustände dauerten an, bis ein neuer Draden-Aufstand (693–696) sie kurzzeitig vereinte. Nach dem Sieg zerfiel die Einheit erneut.
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715 SnR - Das Tulanbündnis
Neun mächtige Edle schlossen den „Ewigen Frieden von Mois“. Sie teilten die Insel unter sich, nannten sich Herzöge und machten Moisan zur Hauptstadt einer Republik. Der Doge führte das Heer. Der Große Rat und die Tiger-Gilde wurden fest in der Verfassung verankert. Abtrünnige Edle flohen nach Rima und begründeten dort eigene Herrschaften.
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Bedrohungen von außen und Reichsbildung
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755 - 770 SnR - Krieg gegen die Megherijamer
Die Seemacht der Megherijamer bedrohte bald den Handel. Mit überlegenen Schiffen plünderten sie Mois, bis Rat und Herzöge eine Flotte aufstellten. Mit Rimais Hilfe wurden die Angriffe abgewehrt. Der gemeinsame Kampf führte 781 SnR zur Ausrufung der Vereinigten Parsischen Republik mit zwölf Herzogtümern.
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Um 800 SnR - Blütezeit
Handelsverträge brachten Wohlstand. Moisan wuchs zu einer prächtigen Hauptstadt. Den Draden wurden gewisse Freiheiten zugestanden, doch die Sklaverei blieb bestehen (außer auf Rima). Ein Gesetz untersagte die Vereinigung von Herzogtümern durch Heirat.
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804 - 826 SnR - Die Gründung von Varin
Prinz Dareios von Felsland und seine Frau Helena von Petroion verzichteten auf ihre Erbrechte und siedelten auf Varin. Dort fanden sie reiche Goldvorkommen. Reian wurde zum Zentrum unermesslichen Reichtums, mit Palästen, Akademie und Prachtbauten.
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Die Nepherischen Kriege​
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826 SnR - Erster Angriff der Nepher
Die Nepher landeten im Nordwesten, siegten in der Schlacht von Regstadt, belagerten Moisan. Viele Tiger-Kämpfer fielen.
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829 SnR - Dareios der Goldene
Der Rat bat Dareios um Hilfe. Er willigte ein, wenn Varin als 13. Herzogtum anerkannt würde. Mit einem Heer schlug er die Nepher am Irisee und erschlug ihren Stammesführer. Triumphierend kehrte er zurück, wurde Doge und Symbol der Einheit.
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Nachwirkungen
Die Lage der Draden wurde gelockert. Dareios übergab die Dogenwürde seinem Sohn und zog sich nach Varin zurück. Doch die langen Kriege hatten die Parser verändert: Aus den einst konsensorientierten Erbauern Alt-Parsiens waren ehrgeizige, streitbare Händler geworden. Der Glanz des alten Reiches lebte nur noch in Liedern und Mythen fort.
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